WAS SIND SYSTEMISCHE FAMILIENAUFSTELLUNGEN?
Systemische Familienaufstellungen sind eine bewährte therapeutische Methode, um inneren Konflikten, psychischen Belastungen und Krankheitsbildern auf den Grund zu gehen. Dabei wird ein familiäres Beziehungsgeflecht durch so genannte Stellvertreterinnen visualisiert und aufgestellt. Die Stellvertreterinnen werden im Raum positioniert und in Bezug zueinander gesetzt. Der Vorteil dieser Methode ist die Tatsache, dass man Probleme nicht allein über den Kopf angeht, sondern mit allen Sinneskanälen erkundet.
ABLAUF
Eine Gruppe trifft sich mit einer Aufstellerin an einem geschützten Ort. Eine Person kommt mit einer Frage oder einem Problem. Gemeinsam mit der Therapeutin werden zu dieser Fragestellung wichtige Menschen identifiziert, die dann von den Gruppenmitgliedern repräsentiert werden. Sie werden anschließend entsprechend dem inneren Bild der fragestellenden Person im Raum positioniert (z.B. der Vater, die Mutter, die Großmutter). Die Therapeutin fragt die stellvertretenden Personen nach Gefühlen, Körperempfindungen und möglichen Gedanken, die ihnen in dieser Rolle widerfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieser Hinweise, die "ungesunde" Dynamik in der Familie aufzudecken und eine Lösung für das Anliegen der fragestellenden Person zu finden. Überraschend ist, wie authentisch und übereinstimmend die Empfindungen und Äußerungen der Stellvertreter mit den realen Personen sind.
WISSENSCHAFT
Immer wieder wird nach der wissenschaftlichen Grundlage von Familienaufstellungen gefragt. Wie funktionieren Familienaufstellungen? Die Antwort ist: Man weiß es noch nicht. Eine Vermutung ist z.B., dass Spiegelneuronen daran beteiligt sind, dass Stellvertreter "Informationen" über Gefühle und Gedanken der realen Personen erhalten. Aber einen wissenschaftlichen Nachweis gibt es noch nicht. Es existieren lediglich einige Studien, die den therapeutischen Nutzen von Aufstellungen belegen.
WAS KANN ICH MIR ERHOFFEN?
Eine systemische Familienaufstellung ist ein starkes Tool, um verborgenen Familiendynamiken auf den Grund zu gehen. Häufig liegen die Ursachen für viele unserer Leiden in der Vergangenheit, nicht selten sogar in den Generationen vor uns. So kann zum Beispiel die depressive Verstimmung der Tochter ihren Ursprung in einem traumatischen Erlebnis der Mutter haben. Daher lohnt es sich bei vielen Symptomen auch in die Vergangenheit zu schauen und mögliche Ursachen zu erforschen. Eine Garantie, dass es danach besser wird, gibt es nicht. Viele Menschen berichten aber, dass eine Familienaufstellung eine spürbare Verbesserung ihrer Leiden mit sich bringt.
RISIKEN
Eine Aufstellung empfiehlt sich nicht, wenn man in einer akuten Krise steckt und psychisch nicht gefestigt ist. Auch ist es wichtig, dass man nach der Aufstellungen bei aufkommenden Fragen oder Emotionen die Aufstellerin kontaktieren kann. Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass die Aufstellerin therapeutisch ausgebildet ist.
DOROTHE DÖRHOLT
Im Film hat die Psychologin Dr. Dorothe Dörholt die Familienaufstellung durchgeführt und wir haben uns alle sehr gut bei ihr aufgehoben gefühlt. Über ihre Webseite könnt ihr sie kontaktieren.